Bevor ich mit der finalen Umsetzung begann, habe ich im Vorfeld umfangreiche Tests und Learnings durchgeführt, um Bedienung und Struktur zu erlernen und ein Gefühl dafür zu bekommen, womit ich am besten klarkomme.
-OPNsense gecheckt, bin sehr zufrieden
-Nginx kommt in eine VM Baremetal
-VLAN Logik Verständnis gecheckt
Monitoring:
-LPG-Stack: gut geeignet, alles umsetzbar, relativ ressourcensparend, sehr steile Lernkurve, aufwendige Fehlersuche, sehr zeitintensiv
-ELK-Stack: weniger gut geeignet, konnte nicht alles umsetzen, sehr ressourcenintensiv, sehr steile Lernkurve, aufwendige Fehlersuche, sehr zeitintensiv
-Checkmk: gut geeignet, alles umsetzbar, relativ ressourcensparend, kleine Lernkurve, gute Fehlersuche, normal zeitintensiv
-Zabbix: sehr gut geeignet, alles umsetzbar, sehr ressourcensparend, anfänglich hohe Lernkurve, sehr gute Fehlersuche, normal zeitintensiv
| Kriterium | LPG-Stack | ELK-Stack | Checkmk | Zabbix |
|---|---|---|---|---|
| Ressourcen | Normal | Sehr hoch | Sparsam | Sehr sparsam |
| Lernkurve | Sehr steil | Sehr steil | Normal | Anfänglich hoch |
| Fehlersuche | Aufwendig | Aufwendig | Gut | Sehr gut |
| Eignung | Gut | Wenig | Gut | ** Testsieger ** |
Ich habe mein Monitoring mit Zabbix implentiert und bin sehr zufrieden. Besonders gut finde ich das Pull, Push und Proxy Prinzip. Damit kann mein Zabbix-Server Pulls Stateful von meinen DMZ-Servern abfragen und ich muss keine Löcher in die DMZ bohren oder einen Umweg über einen Proxy gehen. Hervorragend!
Es erfolgt die Verkabelung von Fritzbox, OPNsense, Switch, PVE´s, PBS, NAS und Workstation. Ich habe eine Routerkaskade und 2-stufige Firewall. Die Fritzbox dient nur noch als DSL-Modem, erste Firewall und kleines isoliertes WLAN für die recovery WLAN Steckdosen. Im Prinzip könnte ich die DMZ dazwischen hängen, leider verliere ich dann die Sichtbarkeit meiner DMZ-Server und die Überwachung durch OPNsense. Dazu fehlt mir einfach eine 2. Potente OPNsense vor der DMZ. Aber so ist auch nicht schlecht, die Fritzbox blockt schon den ersten Müll und den Rest die OPNsense.
Ich habe alles in diesem nach hinten offenen Schränkchen untergebracht. Leider passte das NAS nicht mit rein, da es 2cm zu tief ist.
Es ist mir glaub ich ganz gut gelungen, und es wäre noch ein bisschen Platz für 1-2 Geschwisterchen.
Ansicht des Schranks
Ansicht des Schranks
Ansicht des Schranks
Ansicht des Schranks
Ich betreibe die OPNsense an einer WLAN-Steckdose, die wiederum am isoliertem Fritzbox-WLAN hängt, somit habe ich immer die Möglichkeit von überall aus eine Notabschaltung/Hardreset der OPNsense vorzunehmen.
OPNsense konfiguriert, VLANs eingerichtet, FW Rules eingerichtet, Plugins eingerichtet.
Ich habe die anfängliche Planung nochmal verändert und den DMZ PVE Server umgezogen vom S920 auf den S930, da dieser weitaus performanter ist für den Betrieb der VMs.
Aufgrund der guten Erfahrungen und Einfachheit hab ich mich für das Monitoring mit Zabbix entschieden, welches meine gesamte Infrastruktur abdeckt. Teilweise benutze ich auch Netdata für Opnsense und ProxMenux für die PVEs.
Als lokales Mailsystem betreibe ich ein zentrales Mailgateway mit Proxmox Mail Gateway für den internen und externen Transport, einen lokalen Mailserver mit Postfix, Dovecot und Mailrise. Auf dem lokalen Mailserver landen alle Mails die über das Gateway laufen als BCC in einem zentralen Postfix Mailarchiv. Dovecot stellt diese lokal über IMAP bereit. Die Orginal Mails und Non-Domain Mails gehen an meinen externen Smarthost Relay Domain-Mailserver.
Für besondere Alerts habe ich zusätzlich noch Pushs aufs Admin-Handy über Mailrise mit ntfy konfiguriert. Diese kommen auch über BCCs vom Gateway bei Mailrise an.
Für das Data Storage habe ich eine 1 TB 2.5" SATA HDD auf der linken Seite in den freien Bereich, wo der kleine Lautsprecher montiert war, zwischen Board und Gehäuse eingebaut. Das passte gerade so eine 2.5" rein. Die Halterung musste ich etwas mit Kabelbindern improvisieren. Angeschlossen mit SATA Kabel mit 90° abgewinkeltem Stecker, da der Port genau unter dem CPU-Kühlerblock sitzt. Ansonsten werkeln 2 Kerne, 8 GB DDR3 und eine 128 GB MSATA in dem PBS.
Der PBS läuft aus Energiespar- und Verschleißgründen nicht rund um die Uhr, sondern nur wenn er gebraucht wird. Dazu habe ich ein großzügiges Zeitfenster von 3h berechnet. Während diese Zeitfensters werden alle Backup-Jobs durchgeführt. Der PBS wird über BIOS Wakeup täglich hochgefahren. Am Ende des Zeitfensters prüft ein Skript, ob wirklich keine Jobs mehr laufen, und der PBS wird heruntergefahren.
Da mir das BIOS Wakup gefrickele aus den 2000er Jahren an meinem VDR noch übel aufstößt, habe ich sicherheitshalber noch ein WakeonLan Skript für den PBS auf einem 24/7 Server laufen.
Ich habe dann alle Backup- und Cronjobs an diese Zeitfenster angepasst.
Das läuft alles automatisch, das einzige was ich tun muss ist 1x im Monat die USB-HDD anstöpseln
Als angehender Fachinformatiker wollte ich unbedingt parallel zum theoretischen Unterricht Dinge in die Praxis umsetzen, Erfahrungen sammeln und dabei auch noch einen absoluten Mehrwert für mich schaffen. Die Recherche im Vorfeld, die Planung und dann die finale Umsetzung hat mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht.
Ich wollte nach diesen Aspekten ein professionelles Homelab schaffen, und habe mittlerweile weit mehr erreicht. DNS Filter, DNS over TLS, VPN, VLAN, Segmentierung, WLAN WPA Enterprise, Monitoring, Mail, eigene Domain, selbstgehostete Webseite, Backup-System, einen Ort für weitere Projekte.
Ich habe schlussendlich auch eine Verbrauchsmessung durchgeführt. Ohne die Fritzbox und ohne NAS komme ich auf einen durchnittlichen Verbrauch von 35 Watt. Damit bin ich sehr zufrieden und es übertrifft sogar meine Erwartungen. Was auch die Kosten für die Anschaffung einer USV massiv senken würde.
Verbrauchsmessung: durchschnittlich 35 Watt